Quadriga - Stadtteilentwicklung · Jugendarbeit · Kultur und Soziales · Arbeit

Projekte

 

MuKu-Zirkusprogramm

(Dieses Projekt wird seit Anfang 2006 im Rahmen einer Filial-Patenschaft der Firma Budnikowsky unterstützt. )           

Das Projekt soll einer Vielzahl von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 - 16 Jahren aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Kindern mit sozialer Benachteiligung die Gelegenheit eröffnen, Freiräume zu nutzen, die Ihnen Spaß machen und vielfältige Lernerfolge ermöglichen. Es soll darum gehen, sowohl soziale als auch kulturelle Kompetenzen im Miteinander zu erwerben, als auch individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entdecken und diese weiter zu entwickeln.

Um dieses zu gewährleisten, müssen die Gruppenangebote allen Interessierten offen stehen und der Zugang nicht durch unterschiedlich vorhandene monetäre Mittel der Eltern der Kinder verhindert werden.

Die Projektarbeit wird an zwei Stunden wöchentlich angeboten, und zusätzlich bei Bedarf z.B. zum Einstudieren/Einüben schwieriger Elemente zusätzliche Termine angeboten. Darüber hinaus sollen auch kleine Aufführungen - in Altersheimen, Einkaufszentren, anderen Einrichtungen oder bei Veranstaltungen, die wir selbst durchführen, realisiert werden. Durch die Erlebnisse, die die Kinder während dieser öffentlichen Auftritte sammeln, erhalten sie zusätzlich positives Feed-back1.

Inhaltliche Zielbeschreibung:
Die akrobatischen Anteile am Projekt sollen dem Bedürfnis der Kinder nach Bewegung und Schulung der motorischen Fähigkeiten ausreichend Raum gegeben werden. Sie stellen geeignete Mittel dar, um ein Körpergefühl zu entwickeln, den Grad der Beweglichkeit zu erhöhen und Vertrauen in das eigene Können und das des Partners/der Partner zu entwickeln. Dazu gehört u.a. der Bau von Menschenpyramiden, das Jonglieren mit unterschiedlichen Gegenständen, der Umgang mit dem Diabolo, den unterschiedlichen Jongliergegenständen. Die unterschiedlichen Gegenstände und Aktivitäten, die im Bereich der Akrobatik eingesetzt werden, fördern nicht nur die motorische Entwicklung, sondern ermöglichen ein positives Körpergefühl. Durch die Arbeit in diesem Bereich wird ebenfalls die intellektuelle Lernfähigkeit angeregt und unterstützt, sowie eigene Grenzen erlebt und überwunden. Durch den Einsatz von Musik in Verbindung mit den unterschiedlichen körperlichen Übungen entwickelt sich allmählich ein Rhythmusgefühl, das ebenfalls zur Unterstützung der intellektuellen Lernfähigkeiten (Konzentration, Merkfähigkeit) beiträgt, die bei der Zielgruppe nur in eingeschränkten Maß vorhanden sind. Die Zirkusarbeit kommt allen Teilnehmern zugute, unabhängig von deren individuellen Voraussetzungen, da sie vielfältige Herausforderungen bietet.

Durch gemeinsames Erarbeiten von Programmteilen können die Teilnehmer aus unterschiedlichen Kulturkreisen, die im Regelfall eher unter sich bleiben, direkt und unmittelbar erfahren, dass es trotz aller Unterschiede viele Gemeinsamkeiten gibt. Durch gemeinsames Lernen und das Interesse an dem Thema wird für jeden erfahrbar gemacht, dass jeder unabhängig von der jeweiligen Rolle und seinen persönlichen Voraussetzungen ein gleichwertiger Teil des Ganzen ist, und die anderen auf die Mitarbeit jedes Einzelnen angewiesen sind, damit ein gutes Gemeinschaftsergebnis erreicht wird.

Durch das Miteinander in der offenen Gruppenarbeit wird trotz gesellschaftlicher und kultureller Unterschiede Vertrauen aufgebaut und weiter gefördert. Es können unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten der unterschiedlichen Kinder gefördert werden, und somit eine Vielzahl von Besuchern angesprochen werden. Beim MuKu-Zirkusangebot ist sowohl eine regelmäßigere Teilnahme der Kindern erwünscht, um so eine individuelle Fortentwicklung Einzelner zu ermöglichen, aber auch ausreichend Raum für neue Interessenten, die sich kurzfristig in die kreative Arbeit neu einbringen. Teilnehmer, die bereits über ein höheres Maß an Fertigkeiten verfügen unterstützen neue Teilnehmer bei der Integration, geben zusätzlich positive Verstärkung durch Vorbildverhalten.

Dabei sollen die Teilnehmer die Erfahrung machen, dass man etwas für unmöglich Gehaltenes erreichen kann, wenn man bereit ist, kontinuierlich an sich zu arbeiten. Diese Erfahrung wiederum führt zur Steigerung der Motivation.

Durch die geplanten Aufführungen besonders in Altersheimen in dem Stadtteil, in dem die Kinder leben, können sich auf diese Weise ggf. weitere Kontakte entwickeln. Diese können für beide Seiten Jung und Alt fruchtbar sein, und über das Projekt hinaus von Bestand sein.
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Darstellendes Spiel

Theaterarbeit - warum eigentlich?

Bedingt durch das Umfeld, aber auch durch die Medien richtet sich der Fokus der Kinder und Jugendlichen häufig in erster Linie auf Äußerlichkeiten (Mode, Geld, sonstige Gegenstände), über die sie sich selbst definieren. Wir möchten mit unserem Projekt dazu einen Gegenpol entwickeln, und das Augenmerk auf die individuell vorhandenen Fähigkeiten, aber auch besonders auf die Förderung sozialer, kultureller und sprachlicher Kompetenzen richten.

a. Theater als Mittel zur Darstellung und Verarbeitung unterschiedlicher Rollen:

Das Theaterspiel bzw. pantomimische Elemente der Theaterarbeit stellen geeignete Mittel dar, andere Rollen kennen zu lernen, diese auszuprobieren und dienen zur Darstellung und Verarbeitung von Konflikten. Es eignet sich in besonderem Maße dazu, verschiedene Verhaltensweisen spielerisch auszuprobieren, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Durch die Verwendung der digitalen Kamera während der Proben ist eine Wiedergabe des Dargestellten möglich, das die Kinder in die Lage versetzt, sich in ihrer Rolle selbst zu beobachten sowie zu reflektieren und verschiedene Darstellungsmöglichkeiten auszuprobieren. Die Kinder haben auf diese Weise die Möglichkeit, ihre eigene Darstellung der Rolle selbst zu beobachten, aber auch unterschiedliche Darstellungsmöglichkeiten z.B. einer Gefühlsregung zu betrachten und somit ihr Wahrnehmungsvermögen zu sensibilisieren.

b. Theater als Mittel zur Verbesserung des verbalen Ausdrucksvermögens

Gerade im Hinblick auf den hohen Anteil (80 %) an ausländischen Kindern, die in diesem Stadtteil leben und unsere offenen Angebote wahrnehmen, ist die Förderung der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten von erheblicher Bedeutung. In diesen Familien aus unterschiedlichsten Kulturkreisen sind deutsche Sprachkenntnisse häufig nur unzureichend vorhanden, so dass eine Förderung der deutschen Sprachentwicklung im häuslichen Bereich kaum gegeben ist. Durch das Lesen, auswendig Lernen und Sprechen der vorgegebenen Texte verbessern die Teilnehmer ihre deutschen Sprachkenntnisse.

Aufgrund der gemeinsamen Auswahl des Stückes werden den Teilnehmern auch demokratische Werte vermittelt. Durch die Zusammenarbeit am gemeinsamen Stück können die Teilnehmer aus unterschiedlichen Kulturkreisen, die im Regelfall eher unter sich bleiben, direkt und unmittelbar erfahren, dass es trotz aller Unterschiede viele Gemeinsamkeiten gibt. Es wird für jeden erfahrbar, dass jeder unabhängig von der jeweiligen Rolle und seinen persönlichen Voraussetzungen ein gleichwertiger Teil des Ganzen ist und die anderen auf die Mitarbeit jedes Einzelnen angewiesen sind, damit ein gutes Gemeinschaftsergebnis erreicht wird.

Bereits realisierte Theaterprojekte:

1. Der Wolf & die sieben Geißlein

In 2004 starten wir das erste eigene Theaterstück des Gebrüder Grimm's Märchens, das wir mit modernen Inhalten füllten. Eine Aufführung fand während der 700-Jahresfeier des Stadtteiles Jenfeld in einem Zelt statt (siehe Foto).

2. Kommissarin X löst jeden Fall

In 2006 erarbeiteten die jungendlichen Schauspieler im Alter von sechs bis zwölf Jahren einen Krimi, und probten zum ersten Mal mit Headphones. Mit einfachen Mitteln und wenig Aufwand konnte das Stück mit einer öffentlichen Aufführung Ende August realisiert werden.

Spot An - junge Bühne in Jenfeld

3. Aufruhr im Märchenwald
In Anlehnung an das "Weihnachtsmärchen-Verwirrspiel" von Sybille Velter, dessen Inhalt die Aktualität von Märchen in Frage stellt, wurden vorgegebene Rollen bekannter Märchenfiguren nach den Wünschen der Kinder kreativ weiter entwickelt und teilweise vollkommen neu erfunden. Folgende Aufführungen am 13.12.06 in der Parkresidenz Alstertal und am 19.12.06 in der Seniorenwohnanlage der AWO in Jenfeld "Aufruhr im Märchenwald" wurden schließlich unter großem Erfolg realisiert.

4. Freundschaft gewinnt I & II

Eine weitere Entwicklung der Theaterarbeit erfolgte ab Januar 07 mit der Konzeption eines eigenen Stückes unter dem Titel "Freundschaft gewinnt". Dabei setzten sich die Teilnehmer mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit, ihren persönlichen Wünschen und Ängsten auseinander. Folgende inhaltliche Aussage wurde dabei entwickelt: trotz unterschiedlicher Meinungen und Vorstellungen verschiedener Gruppen im Stadtteil, in diesem Fall von: Tierschützern und Cheerleadern, gibt es dennoch Möglichkeiten zur Akzeptanz und zur gemeinsamen Lebensgestaltung. Folgende Aufführungen wurden realisiert: 12.06.07, Seniorenwohnanlage der AWO in Jenfeld und 28.06.07 in der Grundschule Jenfelder Straße.
Nach den Sommerferien 07 erfolgte die Weiter- und Feinarbeit am gleichen Stück "Freundschaft gewinnt". Es wurden weitere, neue Szenen eingefügt. Ziel war die Verbesserung der schauspielerischen Fähigkeiten und das Festigen von Arbeitsabläufen zu erreichen, um mehr Sicherheit zu gewinnen.
Sowohl das fertige Stück: "Freundschaft gewinnt II" als auch die Filmpräsentation über den gesamten Projektverlauf des durch die Bürgerstiftung Hamburg geförderten Theaterprojektes "Spot an - junge Bühne in Jenfeld" wurde am 29.11.07 im Bürgerhaus Jenfeld vor einem großen Publikum aufgeführt.

5. Jenfeld gezappt

Das gesamte Projekt "Jenfeld gezappt" setzt sich aus drei Bereichen zusammen, einem Reportage-, einem Bühnenbild- und dem Theaterteil. Der erste Teil des Projektes startete im September 2008 mit einem durch die Kinder selbst entwickelten Fragebogen, mit dem diese in Jenfeld als Reporter unterwegs waren und Erwachsene nach ihren individuellen Einstellungen und ihrem Herkunftsland befragten. Aus diesen Antworten und den Fotos entstand eine Broschüre mit interessanten Texten und Fotos.
Das Stück wurde in Eigenregie entwickelt und durch die Theaterpädagogin, Andrea Gritzke, unterstützt und angeleitet. Insgesamt waren 25 Kinder beteiligt, einige davon arbeiteten sogar während der gesamten Projektzeit von elf Monaten in allen Aufgabenbereichen mit. Die meisten der Kinder waren Schüler der benachbarten Grundschule Jenfelder Straße, mit der eine enge Kooperation besteht. Darüber hinaus nahmen auch Kinder im Alter von 8 - 13 Jahren aus anderen Schulen am Projekt: "Jenfeld gezappt" teil. Die Teilnehmer bzw. die Eltern dieser Kinder kommen aus unterschiedlichen Ländern wie z.B. Türkei, Albanien, Mazedonien, Vietnam, Ägypten, Indien, Polen, somit konnten individuelle Erfahrungen und Erlebnisse aus deren Heimatländern in die Arbeit am Stück einfließen.
Das Stück "Jenfeld gezappt" setzt sich inhaltlich u.a. auch kritisch mit dem Thema Fernsehen auseinander, wobei die Kinder das Material aus den Befragungen als Basis für die Entwicklung des Stück nutzten und ihre eigenen Ideen in die einzelnen Szenen, z.B. "Jenfelds next top model" und "Wer wird Millionär?", einbrachten.
Beide Theateraufführungen vom 09. und 10.07.09 im Bürgerhaus Jenfeld waren ein großer Erfolg. Besonderen Beifall gab es von den anwesenden Schulkameraden und Lehrern einiger Akteure, die mit ihren Klassen zur Vorstellung kamen, aber auch von den zahlreichen anwesenden Eltern unterschiedlicher Kulturkreise. Ein weiteres high-light stellte die Teilnahme am Eigenarten-Festival am 01.11.09 im Goldbek-Haus mit einem weiteren Auftritt dar.
Das Projekt wurde durch: "Kultur bewegt", Stiftung Maritim, Kai und Milena Ebel; Hamburgische Kulturstiftung, SAGA-GWG Stiftung Nachbarschaft sowie der Behörde für Kultur, Sport und Medien gefördert.

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Jenfelder Geschichten

Unter dem Titel "Jenfelder Geschichten" initiierten der Bereich Kultur der Quadriga und die Kindertagesstätte Schweidnitzer Straße im November 2007 eine erste große Veranstaltung. Dabei präsentierten sich zahlreiche Institutionen und Einzelpersonen mit unterschiedlichen, kreativen und attraktiven Projekten für Jung und Alt auf der Bühne und an Stellwänden. Aufgrund des gelungenen Auftaktes und der großen Resonanz war bereits eine Folgeveranstaltung am 28.10.2008 wieder im Jenfeld-Haus geplant.

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